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OPERATIONS-METHODEN


Leistenhernie Shouldice

Hier wird das Prinzip des Bruchlückenverschlusses mit körpereigenem Gewebe verfolgt. Über Jahrzehnte die häufigste Operation überhaupt, ausgehend von der sog. Shouldice – Klinik in Kanada. Mit zwei fortlaufenden Nähten wird in insgesamt vier Nahtreihen die Hinterwand des Leistenkanals plastisch verstärkt. Die Ergebnisse sind abhängig von der Größe der Bruchlücke. Bei kleinen Defekten unter 3 cm sind die Ergebnisse mit Rezidivraten von ca. 1,4 % hervorragend. Größere Defekte weisen Rezidivraten von 3,5 - 5 % auf.


Per Fix PlugR (Rutkow)

Die offene Hernienreparation mit dem PerFix Plug wurde Anfang der achtziger Jahre durch I. Rutkow aus New Jersey eingeführt und ist inzwischen zur häufigsten Operation in den U.S.A. geworden. Hier wird in sub lay - Technik eine Plombe (Plug) in Form eines Schirms in die eigentliche Bruchlücke eingenäht und anschließend in on – lay Technik ein weiteres flaches Netz in den Leistenkanal eingelegt. Die Ergebnisse sind mit Rezidivraten unter 5 % hervorragend.


Lichtenstein

Die offene Hernienreparation nach Lichtenstein war weltweit das am häufigsten angewandte Verfahren der letzten Jahre. Die Bruchlücke wird im Rahmen einer on-lay -Plastik mit einem Kunststoffnetz bedeckt und dadurch verschlossen. Der Eingriff kann mit einem Verschluss der Bruchlücke durch Naht kombiniert werden. Die Ergebnisse sind mit Rezidivraten unter 5 % hervorragend.


Kindliche Leistenhernie

Da hier kein Defekt der Bauchdecke vorliegt, ist der alleinige Verschluss der Bauchfellausstülpung ausreichend. Daher ist dieser Eingriff auch schnell und unproblematisch durchzuführen und wird überwiegend ambulant angeboten.


Zimmerman/Marcy

Liegt eine kleine laterale Bruchlücke vor, muss die Hinterwand des Leistenkanals nicht vollständig rekonstruiert werden. Häufig reicht eine Verstärkung mit körpereigenem Gewebe lediglich im Bereich des defekten Areals. Dies ist besonders häufig bei jungen Männern der Fall.


Narkoseverfahren / Betäubungsverfahren

Alle bis hierhin aufgeführten Operationsverfahren lassen sich in allgemeiner (Vollnarkose) oder in örtliche Betäubung durchführen. Dies wird nach medizinischen Gesichtspunkten, Komfortüberlegungen und Wunsch des Patienten entschieden. Nur die kindlichen Operationsverfahren müssen immer in allgemeiner Betäubung (Vollnarkose) durchgeführt werden.


Laparoskopische Operation TAPP

Bei der laparoskopischen Hernienoperation ist die Implantation eines Kunststoff-Netzes notwendig. In Vollnarkose wird während einer Bauchhöhlenspiegelung die Bruchlücke unter dem Bauchfell aufgesucht und mit einem Kunststoff-Netz verschlossen. Prinzipiell ist auch eine beidseitige Operation in einer Sitzung möglich. Diese Operation ist nur in Vollnarkose möglich.


TEP

Bei dieser ebenfalls über eine Video-Endoskopie gesteuerten Operation wird der Defekt in der Bauchdecke mit einem großen Kunststoffnetz verschlossen, ohne die Bauchhöhle zu eröffnen. Auch diese Operation ist nur in Vollnarkose möglich.


Schenkelbruch

Der Defekt kann über einen Zugang oberhalb oder unterhalb des Leistenbandes verschlossen werden. Normalerweise ist eine Operation mit körpereigenem Gewebe ausreichend. In Einzelfällen kann auch hier die Verstärkung der Bauchdecke mit künstlichem Material notwendig sein. Hier kann dann auch laparoskopisch, d.h. über eine Bauchhöhlenspiegelung vorgegangen werden.


Nabelbruch, epigastrischer Bruch

Es handelt sich um einen Eingriff, bei dem eine Bruchlücke am Nabel oder in der Bauchmittellinie verschlossen wird. Manchmal sind hier schon über Jahre kleiner Anteile des Bauchfells in der Bruchlücke fest eingewachsen. Die Bruchlücke wird bei einem Durchmesser unter 3 cm durch Nähte verschlossen. Liegt ein größerer Defekt vor, sollte die Bauchdecke mit einem Kunststoff-Netz verstärkt werden, um das Risiko eines Rezidivs zu senken.


Narbenbruch

Da hier von einer gestörten Narbenbildung ausgegangen werden muss, ist die alleinige Versorgung des Defektes mit körpereigenem Gewebe nicht erfolgversprechend. Vielmehr kann eine langfristige Stabilität nur erreicht werden, wenn die Bauchdecke mit einem Kunststoff-Netz verstärkt wird. Um einen hohen Schutz vor einem Rückfall-Bruch zu erreichen, muss das Netz die alte Narbe in alle Richtungen um mindestens 5 cm überlappen. Daher sind diese Operationen nur in Vollnarkose oder rückenmarksnaher Narkose durchführbar.


Risiken und unerwünschte Folgen der Leistenbruchoperation:

Komplikationen sind bei Leistenbruchoperationen selten: Wiederholungsbruch: unter 5%; dauerhafte Nervenstörungen: unter 2%; Wundinfekte: unter 1%; Hodenschädigung: unter 1%; Thrombose und Embolie: unter 1%; Medikamentennebenwirkung und allergische Reaktionen: unter 1%; Blasenentleerungsstörungen bei örtlicher Betäubung 0,1%.



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